Mitteilungen 2016


  • BI-Sprecher Dieter Glöckner fürchtet Déjà-Vu im VG-Rat Wissen

    Nach außen hin ist es ruhig gewesen in den vergangenen Wochen, doch „unter der Decke“ brodelt es gewaltig zum Thema „Windräder auf dem Hümmerich“. Während auf der einen Seite mehr und mehr Gründe für die Ablehnung des Projekts zu Tage treten, werde dem Antragsteller, der Altus AG, immer wieder neuer Aufschub gewährt, um die fehlerhaften Planungsunterlagen zu korrigieren, statt endlich einen Schlussstrich zu ziehen und das Projekt abzulehnen, so die BI Hümmerich.

    Das ist nach Darstellung der BI der Stand der Dinge: Das Land gibt vor, dass 2 Prozent der Fläche für Erneuerbare Energie genutzt werden sollen. In der Verbandsgemeinde Wissen gibt es keine geeigneten Flächen. Um dennoch der Landesvorgabe willfährig zu folgen und den Rest der Verbandsgemeinde zu verschonen, soll der Hümmerich geopfert werden. Um das zu manifestieren, arbeitet die VG an einem Teilflächennutzungsplan (TFNP) Windenergie. Bereits in der ersten Fassung des TFNP gab es dagegen zahlreiche Widersprüche. Doch ihr Ziel nicht aus den Augen verlierend, wischten die Mitglieder des Verbandsgemeinderats im Sommer alle Bedenken mit leichter Hand vom Tisch.

    In der Offenlegungsphase haben sich die Widersprüche und Einreden vervielfacht. Immer neue Gegenargumente kommen auf. Etwa seitens der am meisten betroffenen Ortsgemeinde Mittelhof. In der Stellungnahme an die VG schreibt der Gemeindevorstand von „Horizontverspargelung“, von „extrem bedrängender Wirkung“ der bis weit über 600 Meter über NN reichenden Windradmonster, von den drehenden Rotoren als „Unruhelemente“, von „fehlender Windhöffigkeit“, von zu geringer Distanz zu Mittelhof, aber auch zu Dorn, Struth und Grabig, was Anlass zu neuer, intensiver Prüfung gebe. Fazit der Ortsgemeinde: „Unseres Erachtens stellt dies eine neue, besondere Situation im Ablauf Ihrer Flächennutzungsplanung dar, die Sie berechtigt, zumindest auf eine Zurückstellung der Bauanträge in der Kreisverwaltung Altenkirchen hinzuwirken.“

    Doch das Gegenteil geschieht. Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, die Voraussetzungen für die Windradmonster auf dem Hümmerich zu schaffen. Das beauftragte Planungsbüro „Stadt Land Plus“ offenbart die Direktive auf seiner Internetseite: „Das Verfahren soll noch im Jahr 2016 abgeschlossen werden.“ Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich: „Da in Wissen zurzeit Nettomarkt und Rathausbau im Fokus stehen, wird das wohl kaum zu realisieren sein. Aber in nicht allzu ferner Zukunft werden wir ein Déjà-Vu der Sitzung vom Sommer erleben: Alle Widersprüche eiskalt abgewiesen.“

    Und was macht die Entscheidung über die Bauanträge bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen? Dieter Glöckner: „Wie man hört, sind die von der Altus AG eingereichten Bauanträge schon mehrfach zurückgewiesen worden, weil sie falsch oder unvollständig waren. Immer wieder wird Aufschub gewährt, statt endlich einen Schlussstrich zu ziehen und die Windräder auf dem Hümmerich ein für allemal abzulehnen!“

    In ihrem Schreiben an die VG nimmt die Ortsgemeinde Mittelhof auch den Besitzer der Waldflächen auf dem Hümmerich, das Haus Hatzfeldt, aufs Korn: Immer wieder sei es in den vergangenen Jahren „für seine besonderen Erfolge im nachhaltigen Waldbau und damit verbundener wertvoller Landschaftspflege“ herausgestellt worden. „Inwieweit diese erfolgreiche Waldwirtschaft auch durch Landessubventionen ermöglicht wurde, weiß man in Mainz und Schönstein sicher besser zu beurteilen. Warum das Haus Hatzfeldt nun derart mit seinen Traditionen bricht und durch die Verpachtung des Hümmerich die Ästhetik der Landschaft unserer Region nachhaltig zerstört und zudem einen nicht unerheblichen Imageschaden riskiert, erschließt sich uns nicht.“

    Dieter Glöckner: „Wenn man weiß, dass Windparks in Deutschland bei den derzeitig zu erzielenden Energiepreisen ohne Subventionen nicht wirtschaftlich betrieben werden können, dann ist doch klar, wo das Motiv liegt. Jedenfalls weitab von Landschafts- und Naturschutz, von Nachhaltigkeit und ökologischer Verantwortung.“

    Inzwischen scheint es aber für die Altus AG immer schwerer zu werden, Zuwegung zu finden für die Tausende Kubikmeter Stahl und Beton, für die Turmelemente und die über 60 Meter langen Rotoren. Grundstücksbesitzer wollen ihre Zustimmung verweigern, verlautete. Für die BI Hümmerich wäre dies ein Teilerfolg. Doch Dieter Glöckner warnt: „Trotz der starken Unterstützung, die wir erhalten, ist noch lange nichts entschieden. Wir bitten die Bevölkerung, weiterhin Augen und Ohren offen zu halten und auf sämtlichen Wegen zu versuchen, auf Verantwortliche Einfluss zu nehmen und ihnen die Unsinnigkeit des Vorhabens zu verdeutlichen.“

  • VG Wissen will Flächennutzungsplan zur Windenergie noch 2016 abschließen

    Warum diese Eile?

    Die BI Hümmerich befürchtet, dass das Verfahren zum Teil-Flächennutzungsplan (TFNP) der Verbandsgemeinde Wissen voreilig abgehandelt, der TFNP damit verabschiedet und der Hümmerich zudem als Konzentrationsfläche für Windenergie ausgewiesen wird. Das möchte die BI jedoch verhindern, da sie das Waldgebiet zwischen Mittelhof und Gebhardshain als schlicht ungeeignet für industrielle Windanlagen ansieht.

    Die BI Hümmerich, die sich gegen den Bau der Windkraftanlagen (WKA) auf dem Hümmerich zwischen Mittelhof und Gebhardshain wehrt, fürchtet, dass die Würdigung der zahlreich eingegangenen Widersprüche gegen den Flächennutzungsplan, Teilbereich „Windenergie“, der Verbandsgemeinde Wissen auf einer der nächsten Sitzungen erneut schnell abgehandelt und damit die Sorgen der Bürger, Träger öffentlicher Belange und sonstigen Institutionen vom Tisch gewischt werden. So war es nämlich bereits vor Offenlegung des Teil-Flächennutzungsplans (TFNP) auf einer Verbandsgemeinderats-Sitzung im Juli geschehen. Jetzt geht es erneut um die Würdigung der eingegangenen Einwendungen. Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich: „Wir gehen zwar davon aus, dass die Eingaben sehr sorgfältig geprüft werden, sind jedoch skeptisch, ob sie ausführlich und angemessen behandelt werden.“

    Was führt die BI zu dieser Annahme? Ein Indiz dafür liefert das Planungsbüro Stadt-Land-Plus, das die Aufstellung des Flächennutzungsplans im Auftrag der VG Wissen begleitet: „Das Verfahren soll noch im Jahr 2016 abgeschlossen werden“, heißt es auf der Internetseite von Stadt-Land-Plus, wo das Projekt „Windenergie“ für die VG Wissen als Referenz dient. „Offenbar geht es dem Auftraggeber hier nicht um die Qualität der Ergebnisse, sondern einfach nur darum, einen Beschluss möglichst schnell herbeizuführen“, so Dieter Glöckner. Die BI ist der Meinung, dass eine fundierte Bewertung der Einwendungen in dieser kurzen Zeit unmöglich ist. „Da uns einige der Einwendungen bekannt sind, wissen wir, dass vielen Bürgern beispielsweise der Schutz des Rotmilans am Herzen liegt“, so Dieter Glöckner. „Zwar gibt es viele Studien zum Brutverhalten des Greifvogels, doch aktuelle Fakten zum Flug- und Brutverhalten des Rotmilans am Hümmerich sind derzeit noch nicht vorhanden und müssten über einen längeren Zeitraum hinweg noch gesammelt und ausgewertet werden. Eine Vorgabe, das Verfahren noch in diesem Jahr abzuschließen, lässt das aber definitiv nicht zu.“

    Die BI Hümmerich befürwortet die Windenergie grundsätzlich, betont jedoch, dass Mittelgebirgslandschaften wie der Hümmerich – der ein hervorragendes Gebiet eben für den Rotmilan, aber auch für Schwarzstörche, Fledermäuse und andere Tierarten ist – für Windkraftanlagen aus vielen Gründen nicht geeignet sind. Im Gegensatz zu anderen Regionen, in denen eine ausreichend hohe Windhöffigkeit herrscht und damit die Windräder zu rentablen Stromerzeugern macht. Deshalb bleibt der Wunsch der BI, den Hümmerich als Vorrangfläche für Windenergie auszuschließen, weiterhin bestehen. Sie fordert daher den Verbandsgemeinderat auf, sich den Einwendungen und den Sorgen der Bevölkerung rund um den Hümmerich mit der gebotenen Ernsthaftigkeit auseinanderzusetzen. „Dann werde man zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen müssen“, so Dieter Glöckner, „dass der Hümmerich für die Errichtung von Windenergieanlagen ungeeignet ist. Wenn der Verbandsgemeinderat den Teil-Flächennutzungsplan jedoch verabschiedet, lassen sie sich einfach nur vor den Karren der subventionsgetriebenen Betreiber spannen.“ Nur weil der Hümmerich als einzige Konzentrationsfläche für Windenergie ausgewiesen ist, heiße es laut BI nicht, dass die Ratsmitglieder den Nutzungsplan auch tatsächlich beschließen müssen. Stattdessen sollten sie den speziellen Fall noch einmal reflektieren und sich mit den Interessen der Bürger auseinandersetzen.

    Es stellt sich die Frage, warum dieser zeitliche Druck aufgebaut wird. Warum möchte die Verbandsgemeinde den TFNP so eilig abwickeln und den Hümmerich als einzig geeignete Fläche für Windenergie ausweisen? Steht da wirklich eine korrekte Vorgehensweise des Verfahrens im Vordergrund und wird das Wohl der Bevölkerung ausreichend berücksichtigt? Die BI fordert die Bevölkerung auf, den Mandatsträgern auf den Zahn zu fühlen, um herauszufinden, wo sie stehen und sie davon zu überzeugen, den Hümmerich nicht als Vorrangfläche für Windenergie zu definieren.

  • Geschlossen gegen Windindustrieanlagen im Landschaftsschutzgebiet

    Unterstützung auch von der Naturschutzinitiative e.V. und der POLLICHIA e.V.

    Die BI Hümmerich (www.bi-hümmerich.de) vertraut nicht allein darauf, dass die Widersprüche gegen die industriellen Windkraftanlagen auf der gleichnamigen Erhebung zwischen Gebhardshain und Mittelhof ausreichen werden, um sie zu verhindern. Deshalb zieht sie juristischen Beistand in Form des Fachanwalts Armin Brauns hinzu, der jetzt den Hümmerich besichtigte. Für die BI und gemeinsam mit der Naturschutzinitiative e.V. und der POLLICHIA e.V. will er den Bau der Windräder notfalls auch auf dem Klageweg verhindern.

    Armin Brauns, der vom bayerischen Ammersee in den Westerwald gekommen war, genießt bei Umwelt-, Natur- und Landschaftsschützern hohes Ansehen. Schon vielfach hat er es in vermeintlich aussichtlosen Situationen geschafft, den Bau von Windanlagen zu verhindern. Aber als aussichtslos stuft er den Kampf gegen die Anlagen auf dem Hümmerich keinesfalls ein: „Schon das bisherige Verfahren enthält Mängel, die einer gerichtlichen Aufarbeitung würdig sind“, so der Fachanwalt. „Und nachdem, was ich bisher vom Hümmerich gesehen und darüber gehört habe, dürfte es schwierig für den Antragsteller werden, die massiven geplanten Eingriffe in Landschaft und Ökosysteme in Einklang mit der geltenden Rechtsprechung zu bringen“, erklärte er vor Vertretern der BI Hümmerich und der Naturschutzinitiative e.V. bei einer gemeinsamen Besprechung im Westerwälder Hof in Gebhardshain.

    Zuvor hatte Armin Brauns den Hümmerich aus verschiedenen Blickwinkeln persönlich in Augenschein genommen und sich die geplanten Standorte der rund 212 Meter hohen Anlagen zeigen lassen. „Meiner Erfahrung nach wären die drei geplanten Windräder lediglich ein Anfang. Sie markieren nur die Eckpunkte einer Fläche, in der dann bestimmt noch mehr hinzu geplant würden. Am Ende stünde der ganze Hümmerich voll“, so der Anwalt.

    Den Effekt, den schon die drei jetzt geplanten Windräder hervorrufen würden, beschrieb Armin Brauns als „bedrückend“. Sie wären eine Verschandelung der herrlichen Landschaft, die er mit Allgäu und Schwarzwald verglich: „Der Hümmerich hat eine enorme Fernwirkung.“

    Das von Wald und vielen offenen Flächen sowie dem Bachlauf des Elbbach geprägte Bild der Natur erkannte er sofort als typischen Standort für Rotmilan und Schwarzstorch. Dem pflichtete auch Dipl.-Ing. agr. Gerhard Bottenberg, Länder- und Fachbeirat der Naturschutzinitiative e.V., bei. Der anerkannte Spezialist verfügt über tiefgreifendes Wissen zur Verbreitung und auch zur Bedrohung vieler heimischer Vogelarten und sieht die befürchtete Errichtung von Windrädern auf dem Hümmerich als direkten Eingriff in deren Lebensräume. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass unsere Natur und Landschaft unter dem Denkmäntelchen der ‚Energiewende‘ für den Profit einiger weniger leiden müssen!“

    Aus diesem Grund werde die Naturschutzinitiative die BI Hümmerich unterstützen, bekräftigte deren Landesvorsitzender Harry Neumann seine Zusage. Gemeinsam mit der befreundeten POLLICHIA e.V., einem seit 170 Jahren aktiven und anerkannten Naturkunde- und Naturschutzverein, werde man nötigenfalls den Klageweg zur Verhinderung der Windräder beschreiten. „Ist es verantwortungsvoll, wenn Graf Hatzfeldt seine Flächen in einem Landschafts- und Vogelschutzgebiet zur Verfügung stellt, damit dort Windindustrieanlagen errichtet werden können? Der Westerwald ist Schwarzstorch- und Rotmilanland, kein Windindustrieland. Wir fordern ihn auf, seine Pläne umgehend aufzugeben“, so Dr. Jürgen Ott, Präsident der POLLICHIA.

    „Aber nicht nur der Landschaftsschutz ist durch diese Windindustrieanlagen gefährdet. Die vier geplanten Windindustrieanlagen sollen sogar innerhalb des ‚Vogelschutzgebietes Westerwald‘ sowie in der Nähe des FFH-Gebiets ‚Sieg‘ errichtet werden. Dieses Ansinnen ist an Skrupellosigkeit kaum mehr zu überbieten, wenn man weiß, dass die Energieeffizienz dieser Industrieanlagen bei nur ca. 14 Prozent liegt“, betont Harry Neumann, Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative.

    Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich: „Wir freuen uns sehr über die in Aussicht gestellte Unterstützung und auch über den breiten Zuspruch, den wir aus der Bevölkerung erfahren. Wir hoffen, dass die Verbandsgemeinde Wissen diesmal mit den Widersprüchen respektvoller umgeht als vor der Offenlegung. Wer glaubhaft das Wohl der Menschen in der Verbandsgemeinde Wissen im Sinn hat, kann nicht ernsthaft seine Hand für Windräder auf dem Hümmerich heben!“

  • Muss Verein gegen Kinderarmut vor Windrädern weichen?

    BI wirft den Investoren Zügellosigkeit vor – Strom-Kunden müssen dafür zahlen

    Seit bekannt ist, dass der Kreisverwaltung Altenkirchen Bauanträge zum Errichten von drei Windkraftanlagen auf der bewaldeten Erhebung zwischen Mittelhof und Gebhardshain, dem Hümmerich, vorliegen, nutzen viele Bürger den Weg über Widerspruchsschreiben, um der Verbandsgemeinde Wissen ihre Sorgen und Einwände mitzuteilen. Auch der Wissener Verein „Kinderarmut in Deutschland e.V.“ äußert seine Bedenken – und dabei geht es nicht um Landschafts- oder Tierschutzgründe, sondern darum, dass die von ehrenamtlichen Helfern organisierten Feriencamps für benachteiligte Kinder den Windrädern weichen müssten.

    Die Offenlegung des Flächennutzungsplans, Teilplan Windenergie, sorgt in den Verbandsgemeinden Wissen, Gebhardshain und Betzdorf für viel Gesprächsstoff und noch mehr für Beunruhigung. Viele besorgte Bürger haben den Zuständigen der Verbandsgemeinde bereits ihren Unmut geäußert. Jeweils 212 Meter hohe Windräder sollen auf dem 399 Meter hohen Hümmerich erbaut werden, der das benachbarte Dorf Mittelhof schon um 143 Meter überragt. Von Mittelhof zu den Rotorspitzen gäbe es einen Höhenunterschied von bis zu 355 Meter. Zum Vergleich: Der Kölner Dom ist 157 Meter hoch. „Diese riesigen Windkraftanlagen würden nicht nur Landschaft beziehungsweise Schutzgebiete und tierische Bewohner auf und um den Hümmerich erheblich stören“, erklärt die BI Hümmerich, die seit Jahren gegen diese Windräder kämpft. „Die Menschen in der unmittelbaren Umgebung fürchten Beeinträchtigungen durch Lärm und Infraschall, die beispielsweise Kopfschmerzen, Tinnitus oder Gleichgewichtsstörungen hervorrufen, Störungen der Nachtlandschaft durch rote Blinksignale der Windräder oder auch Wertminderungen ihrer Immobilien“, so die BI. Und das sind nicht die einzigen Folgen: Jetzt kommen auch noch Sorgen des ehrenamtlichen Vereins „Kinderarmut in Deutschland e.V.“ hinzu:

    Der Verein mit Sitz in Wissen/Sieg wurde 1988 von Sandy und Wolfgang Kremer gegründet. Seitdem begleitet er mit einem kleinen ehrenamtlichen Team benachteiligte Kinder aus sozialen Brennpunkten in Deutschland und organisiert kindgerechte Abenteuerferien, etwa auf Indianer-, Kanu-, Reiter- und Beauty-Camps für Mädchen. Damit ermöglichen sie den Kindern trotz schwieriger Lebensumstände ein paar sorglose Urlaubstage und vermitteln ihnen Wertschätzung, die ihnen im Leben bisher gefehlt hat. Ihre Schicksale reichen von unzureichenden finanziellen Mitteln eines oder beider Elternteile über Vernachlässigung bis hin zur häuslichen Gewalt. 1.650 Kinder in Deutschland konnten diese überaus wichtige Hilfe bisher in Anspruch nehmen, um zur Ruhe zu kommen und einfach Kind zu sein. Doch das soll ihnen nun genommen werden: Das Vereinshaus steht seit 1993 am Fuße des Hümmerichs in Oberhombach nur etwa 100 Meter Luftlinie von einer der geplanten Windkraftanlagen entfernt. Die Indianercamps sowie zahlreiche Geländespiele werden um das Vereinshaus und auf den umliegenden vereinseigenen Wiesen durchgeführt.

    Geschäftsführer Wolfgang Kremer lehnt die Ausweisung der Fläche 5 – des Hümmerichs – als Konzentrationsfläche für Windenergie wegen Verletzung öffentlicher sowie privater Belange strikt ab. In seinem Widerspruchsschreiben an die Verbandsgemeinde Wissen heißt es: „Unsere Natur-Exkursionen, um die Stadtkinder die wunderbare Natur erleben zu lassen, führen wir im angrenzenden Waldgelände, u.a. auch auf dem ‚Hümmerich‘ durch. Auch unsere Geländespiele laufen in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Gelände ‚Hümmerich‘ ab. Diese Waldflächen haben wir zu diesem Zweck erst in 2007 zugekauft.“ Außerdem betont Kremer, dass der Verein „Kinderarmut in Deutschland e.V.“ durch die geplanten Windräder in seiner gemeinnützigen Arbeit „sehr stark behindert“ würde und viele Aktionen künftig nicht mehr möglich wären. Der überaus wichtige Urlaub für die „stark traumatisierten und gestressten Kinder“ sei aufgrund des Vorhabens dann nicht mehr zu realisieren, kritisiert er. Mit dem Bau der drei oder wohlmöglich mehr Windräder würden diese Projekte abrupt enden. „Wenn die Stille im Wald verloren geht und hoch über den Bäumen rotierende Windkraftanlagen ragen, dann sehen wir unsere beliebten naturverbundenen Indianercamps als beendet“, sagt Wolfgang Kremer besorgt. „Was sollen wir den Kindern hier am Hümmerich dann noch bieten, wenn das Landschaftsbild zerstört ist?“

    Die BI Hümmerich sieht sich damit in ihrem Widerstand gegen die „Windrad-Monster“ bestätigt und macht darauf aufmerksam, dass schon heute ein großer Überschuss an Windenergie besteht, weil es über Jahre hinweg an Stromtrassen und Speichermöglichkeit fehlen wird, um den mit massiven Subventionen gewonnen Windstrom zu transportieren. Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich: „Der ‚Windkraftwahn‘ ist zügellos – es geht nur darum, an irgendeiner Stelle Windräder aufzustellen, um noch möglichst hohe Subventionen einzukassieren, die von den Stromkunden dann über die EEG-Umlage zu zahlen sind. Dass der Hümmerich für solche industriellen Windenergieanlagen aufgrund seiner niedrigen Windhöffigkeit überhaupt nicht geeignet ist, interessiert anscheinend niemanden.“

    Der Flächenbesitzer der geplanten Standorte ist Herr Graf Hatzfeldt, einer der größten Privatwald-besitzer in Rheinland-Pfalz. Er galt bislang als engagierter Umweltschützer, wurde vom WWF sogar einmal zum „Ökomanager des Jahres“ gekürt, schreibt Bücher über nachhaltige Waldnutzung und ist in vielen Gremien und Vorständen von Naturschutz betreibenden Organisationen und Stiftungen zu finden. Jetzt aber steht der „Waldgraf“, wie er in einer Südwestfunk-Reportage bezeichnet wurde, unter Beschuss aus den eigenen Reihen. „Wir haben Graf Hatzfeldt und sein Engagement für die Natur bisher geschätzt. Nunmehr ist er aber dabei, aus offensichtlichen Profitgründen seine eigenen Wurzeln zu verlassen. Von nachhaltiger Waldnutzung wäre dann nichts mehr übrig geblieben, es sei denn, er versteht darunter, nachhaltig Profit auf Kosten von Natur, Wäldern und Landschaften zu machen. Er ist nämlich dann dafür verantwortlich, dass einzigartige Landschaften wie Hümmerich, Elbergrund, Elbbachtal, Sieghöhen und auch das Wildenburger Land unwiederbringlich zerstört würden“, erklärt Harry Neumann, Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative e.V. „Graf Hatzfeld handelt völlig verantwortungslos, indem er seine Flächen in einem Landschaftsschutzgebiet und Vogelschutzgebiet zur Verfügung stellt, damit dort Windindustrieanlagen errichtet werden können. Der Westerwald ist Schwarzstorch- und Rotmilanland, kein Windindustrieland. Wir fordern ihn auf, seine Pläne umgehend aufzugeben“, zitiert die Naturschutzinitiative Dr. Jürgen Ott, den Präsidenten der POLLICHIA.

    Auf ihrer Internetseite (www.bi-hümmerich.de) ruft die BI zum Widerstand auf und bittet die Bürger um Unterstützung im Kampf gegen die Windräder. Jeder, der sich durch den Teilflächen-nutzungsplan sowie den darin ausgewiesenen Windpark auf dem Hümmerich beeinträchtigt fühlt, sollte die Chance nutzen und ebenfalls Widerspruch bei der VG einlegen – das geht noch bis zum 16. September. Mit dem angefertigten Musterbrief, der als Datei auf der Internetseite frei zugänglich ist, lässt sich besonders schnell ein solches Schreiben erstellen. „Die Bedenken, die für jeden gegen den Windradbau sprechen, können öffentliche oder persönliche sein, man muss sich dafür nicht rechtfertigen“, so Dieter Glöckner. „Das Wichtigste ist, sie der VG mitzuteilen, hier zählt jede Meinung.“

  • Internetseite zeigt auf, wie jedermann Einspruch einlegen kann

    Menschen rund um den Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof sehen sich von der konkreten Gefahr bedroht, mit riesigen Windrädern überschattet zu werden. Doch viele wissen nicht, dass sie zumindest versuchen können, sich dagegen zu wehren. Wohin man sich wenden kann, wie man seine Bedenken mitteilt und was man dabei beachten sollte, vermittelt die BI-Hümmerich auf ihrer Webseite www.bi-hümmerich.de.

    Was von der BI-Hümmerich, ihren Mitgliedern und den Betroffenen Bewohnern in den Verbandsgemeinden Betzdorf, Gebhardshain und Wissen lange befürchtet wurde, nimmt immer konkretere Formen an: Auf der Erhebung über dem Elbbachtal sollen Windräder mit gigantischer Höhe entstehen. Die Altus AG hat bei der Kreisverwaltung Altenkirchen die Genehmigung zum Errichten und Betreiben einer Windfarm mit drei Windenergieanlagen des Typs Vesta V-126 mit 3.450 KW Nennleistung beantragt – Nabenhöhe 149 Meter, Rotordurchmesser 126 Meter, Gesamthöhe 212 Meter. Der Bauausschuss der Stadt Wissen hat bereits zugestimmt.

    Zur Verdeutlichung: Die Höhe der Naben entspricht knapp der Höhe des Kölner Doms. Um die Spitze der Rotoren zu erreichen, müssten darauf noch einmal 43 VW Golf VII gestapelt werden. Nun soll das Ganze aber auf dem Hümmerich zu stehen kommen, der mit knapp 400 Metern über dem Meeresspiegel Mittelhof schon um 143 Meter überragt. Mit anderen Worten: Von Mittelhof zu den Rotorspitzen ist je nach Standort der Windräder ein Höhenunterschied von bis zu 355 Meter. Das höchste Gebäude Deutschlands, der Commerzbank Tower in Frankfurt, ist mit seinen 259 Metern dagegen ein Winzling.

    Dieter Glöckner, Sprecher von der BI-Hümmerich: „Wir fürchten, diese drei geplanten Anlagen sollen erst der Anfang sein. Und wenn die erst mal genehmigt sind, werden weitere folgen. Damit solche Ideen keine Realität werden, unsere Landschaft, die Flora und Fauna erhalten bleiben, müssen die Bürger ihren Widerstand verstärken und an allen Stellen, wo es noch Möglichkeiten gibt, dagegen Einspruch einlegen. Doch viele wissen gar nicht wie das geht. Informationen von den Behörden gibt es kaum, und wenn, dann erscheint alles recht kompliziert – was vielleicht auch in manchen Fällen die Absicht ist. Von Beteiligungsverfahren mit offenem Ausgang ist da die Rede, von umfassender Bürgerbeteiligung. Doch hinter den Kulissen ist klar, dass die Behandlung jedes Einwandes Zeit und Geld kostet, was am liebsten vermieden wird.“

    Deshalb hat sich die BI-Hümmerich entschieden, auf ihrer Internetseite den Bürgern Hilfestellung zu geben, wie sie etwa gegen den Raumordnungsplan, gegen den man sich nur noch bis Ende August wenden kann, oder den Teilflächennutzungsplan (TFNP) Windenergie der Verbandsgemeinde Wissen vorgehen kann. Auf www.bi-hümmerich.de findet man die erforderlichen Adressen, Vorlagen für Widerspruchsschreiben und eine Vielzahl von Argumenten, die sich die Bürger zu eigen machen können. Und Antworten auf viele Fragen.

    Häufig ist beispielsweise gar nicht klar, wer überhaupt Einwendungen machen kann. Dieter Glöckner: „Das kann jeder, der sich durch den Teilflächennutzungsplan bzw. den Raumordnungsplan sowie den darin ausgewiesenen Windpark auf dem Hümmerich beeinträchtigt fühlt. Das können Bewohner der umliegenden Gemeinden sein, auch wenn sie nicht zur Verbandgemeinde Wissen gehören, Vermieter, Gewerbetreibende und Menschen, die das Gebiet zur Erholung nutzen, wie etwa Wanderer oder Mobilheim- und Campingplatzbenutzer.“

    Auch mehrere Mitglieder einer Familie können Einwendungen erheben. Eltern können auch zusätzlich im Namen ihrer Kinder Einspruch erheben. Das kostet nichts, außer gegebenenfalls Porto und Papier. Wer Widerspruch erhebt, geht keinerlei rechtliche Verpflichtung ein.

    Obwohl jeder seinen persönlichen Einspruch gegen den Flächennutzungsplan individuell und formlos erheben kann und dabei Umfang, Gestaltung und Formulierung völlig unerheblich sind, gibt es doch ein paar Dinge, die unbedingt angegeben werden müssen: Der eigene Namen mit Anschrift, die Anschrift des Empfängers, die persönlichen Einwendungen, frei und persönlich formuliert, Datum und Unterschrift sowie bei Minderjährigen die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten.

    Dieter Glöckner: „Bitte machen Sie von unserem Angebot Gebrauch. Wehren Sie sich. Sie müssen sich für Ihre Gründe nicht rechtfertigen oder diese wissenschaftlich belegen. Es ist Ihre persönliche Meinung. Auf unserer Internetseite finden Sie einen Vorschlag, wie eine solche Einwendung aussehen könnte. Aber wichtig ist vor allem: Je persönlicher und individueller Sie Stellung nehmen, um so eher erfolgt eine Einzelbehandlung Ihrer Einwände!“

  • Möglichst viele Bürger sollen sich in den aktuellen Verfahren gegen Windräder wehren

    „Wie können wir den schönen Hümmerich vor Verschandelung durch Windkrafträder bewahren, wie seine Flora und Fauna schützen?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Gesprächs von Vertretern der BI Hümmerich (www.bi-hümmerich.de) mit dem heimischen Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach (CDU) sowie Vertretern der Naturschutz-Initiative e.V. in Gebhardshain.

    Vom runden Tisch aus hatten die Teilnehmer des Gesprächs einen herrlichen Blick über den geschlossenen Grünzug mit dem Hümmerich in seiner Mitte. Diese Aussicht war nicht die einzige, die an diesem Nachmittag eine Rolle spielte, sondern auch die Aussicht auf Erfolg im Widerstreit gegen die Windräder, mit denen der Hümmerich verschandelt werden soll. Diesen Erfolg versprechen sich die Mitglieder der BI Hümmerich nicht zuletzt aus ihrem Schulterschluss mit Naturschutzverbänden und Politikern, die sie in den aktuellen Beteiligungsverfahren unterstützen sollen.

    Zur Erinnerung: Der Verbandsgemeinderat Wissen war in seiner Sitzung Mitte Juli nicht dem Wunsch der BI gefolgt und hatte, allen Bürger-Bedenken zum Trotz, den Hümmerich im neuen Teilflächennutzungsplan (TFNP) Windenergie als Konzentrationsfläche ausgewiesen.

    Um sich über die aktuelle Situation auszutauschen, hatte die BI vor diesem Hintergrund den Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach (CDU) aus Wallmenroth eingeladen, der immer wieder gegen ungezügelten Windkraftausbau argumentiert, sich kritisch zur Planung von Windkraftanlagen äußert und nicht zuletzt den mangelnden Respekt vor dem Bürgerwillen bei Großprojekten wie Windkraftanlagen im Wald anprangert. Er schlug vor, eine gemeinsame Begehung des Hümmerichs mit der jüngst neu ernannten Vizepräsidentin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Sandra Weeser, zu initiieren, die zugleich Abteilungs-Leiterin der SGD für Raumordnung, Naturschutz, Bauwesen ist, um mit ihr die Haltung der neuen Landesregierung zum kritischen Thema Landschafts- und Naturschutz am Hümmerich auszuloten.

    Harry Neumann als Vorsitzenden und Gründer der Naturschutzinitiative e.V. hatte die BI als Spezialisten im Widerstand gegen Windkraftanlagen mit Schwerpunkt auf den Schutz von Natur und gefährdeter Tierarten eingeladen. Besonderes Augenmerk richtete die BI dabei auf die Verbreitung des Rotmilans und des Schwarzstorches, weil ihrer Ansicht nach das Vorkommen in den bisherigen Verfahren nicht angemessen gewürdigt wurde.

    Harry Neumann sicherte der BI Hümmerich die Unterstützung der Naturschutzinitiative e.V. zu und machte darauf aufmerksam, dass rund um den Hümmerich möglicherweise auch andere durch Windräder bedrohte Arten heimisch sein könnten, etwa diverse andere Greifvogelarten (beispielsweise der Wespenbussard), der Schwarzstorch, Fledermäuse oder das Haselhuhn. „Wir brauchen alle wichtigen Informationen, etwa zu anstehenden Terminen oder zu Flugbewegungen besonders geschützter Arten – alle belastbaren Daten, entweder durch die BI selbst oder durch Gutachter.“

    Es sei wichtig, stimmten die Teilnehmer der Runde überein, dass als erstes und vordringlich möglichst intensiver Widerstand gegen die Windräder in den aktuellen Verfahren nach vorne gebracht wird. Ebenso wie jeder Bürger das Recht auf Information habe, bestehe nun für jeden Bürger die Möglichkeit, an verschiedenen Stellen Bedenken zu äußern und den Bauvorhaben zu widersprechen. So wird demnächst der Teilflächennutzungsplan Windenergie der Verbandsgemeinde Wissen zur Bürgerbeteiligung ausgelegt. Bedeutsam sind auch der Raumordnungsplan, der ebenfalls derzeit zur Stellung- und Einflussnahme durch Bürger und Träger öffentlicher Belange noch bis 15. August 2016 ausliegt, sowie der bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen eingegangene Bauantrag zur Errichtung von Windrädern auf dem Hümmerich, der nach dem Bundesemmissionsschutzgesetz zu prüfen ist.

    Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich: „Wir rufen alle dazu auf, sich gegen die Bedrohung durch diese Windradmonster zur Wehr zu setzen. Schreiben Sie an die Behörden, dass Sie dagegen sind, etwa weil die Landschaft zerstört wird, weil die Natur gestört wird oder weil Ihr Besitz dadurch weniger Wert wird. Jedes Argument zählt. Und wenn jemand nicht weiß, wie er das angehen soll – wir helfen gerne.“

  • Nach der Abstimmung im VG-Rat: Jetzt geht der Weg durch die Instanzen

    Wissen. Die BI Hümmerich ist mit dem Ausgang der Abstimmung über den Teilflächennutzungsplan (TFNP) Windenergie im Verbandsgemeinderat Wissen nicht unzufrieden. „Wir haben zwar dafür gekämpft, konnten aber nicht erwarten, dass die VG den TFNP aussetzt und sich direkt gegen den Bau von Windrädern auf dem Hümmerich ausspricht“, erklärte der Sprecher der BI, Dieter Glöckner. Es sei jedoch gelungen, sowohl Ratsmitglieder als auch Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass der Hümmerich aus verschiedenen Gründen schützenswert ist. Dies sei immerhin ein Teilerfolg. Nun gelte es, den Kampf auch auf anderen Ebenen fortzuführen.

    „Wir hätten uns vom Verbandsgemeinderat eine breitere und vor allem deutlichere Front der Ablehnung gegenüber der Windkraft auf dem Hümmerich, in der Verbandsgemeinde und ganz allgemein in unseren wenig windhöffigen Mittelgebirgslagen gewünscht“, so Dieter Glöckner. Der Hümmerich ist aufgrund seiner Landschaft, seiner Flora und vor allem seiner Fauna besonders schützenswert. Dort Windräder zu errichten wäre – ohne Subventionen – nicht ertragreich, und erträglich wäre es schon gar nicht: Die Lebensqualität der Menschen rundum würde durch die geplanten Windrad-Monster nachhaltig beeinträchtigt.

    Mit einer Aussetzung des TFNP hätte der VG-Rat seinen massiven Widerstand betont, aber stattdessen hat sich die Mehrheit für die Offenlegung des TFNP entschieden – inklusive einer Konzentrationszone für Windenergie auf dem Hümmerich.

    Viele der rund 50 Windkraftgegner, die der Sitzung beiwohnten und vorher ihre Interessen mit Plakaten und Transparenten demonstriert hatten, waren enttäuscht über die Oberflächlichkeit, mit der ihrer Ansicht nach über die vorgebrachten Einwände von Anwohnern, Bürgern und Umweltverbänden hinweg gegangen wurde. Die Gefährdung vorhandener Rotmilan-Bestände, nachweisliche Wertminderungen privaten Wohneigentums durch Windräder oder vom BUND dargelegte, umfangreiche Verstöße der Planung gegen geltende Gesetze bzw. Vorschriften wurden durch den Planer nur kurz behandelt und damit „einfach vom Tisch gewischt“, so ein Zuschauer.

    Viele meinten nach der Sitzung, dass die gesamte Einwand-Behandlung einzig dem Ziel folgte, auf jeden Fall eine Konzentrationsfläche auf dem Hümmerich auszuweisen. Und die Absicht hinter dieser Vorgehensweise wurden fast offen vorgetragen: Es sollte ein Plan entstehen, bei dem der Hümmerich quasi „geopfert“ wird, zugunsten aller anderer von Windkraft bedrohten Flächen in der VG Wissen – getrieben noch zusätzlich durch die Befürchtung, dass selbst diese gefundene Fläche auf dem Hümmerich noch zu klein sei und der Plan deshalb zurückgewiesen werden könne.

    Massiv unterstrichen mehrere Redner im Rat ihre Sorge, dass Windrad-Wildwuchs entstehen könnte, wenn nicht ein TFNP mit einer ausgewiesenen Konzentrationsfläche auf den Weg gebracht würde, weil dann für alle Standorte in der VG Genehmigungen zwingend durch die Kreisverwaltung erteilt werden müssten. „Dieser Argumentation können wir nicht folgen“, so Dieter Glöckner, „denn im vorangegangenen Verfahren wurden ja schon für all die anderen Flächen hinreichende Ablehnungsgründe gefunden. Warum also diese unerträgliche Oberflächlichkeit, mit der unsere Einwände gegen die Hümmerich-Bebauung abgetan wurden?“

    Positiv wertet die BI Hümmerich die Ernsthaftigkeit der Diskussion und, dass offenbar einige der Ratsmitglieder – vielleicht sogar die meisten – mit der BI der Meinung sind, dass keine Windräder auf den Hümmerich gehören. Dieter Glöckner: „Es ist ja paradox: Erst durch die Zustimmung zu dem TFNP mit enthaltener Konzentrationszone eröffnen sich gesetzliche Möglichkeiten, auf dem Wege der Bürgerbeteiligung gegen einen Bauantrag für Windräder vorzugehen. Diesem Gedanken ist die Mehrheit gefolgt, und das ist o.k. so.“ Für die BI Hümmerich ändere sich dadurch nicht viel. Dieter Glöckner: „Wir werden unseren Kampf fortsetzen, noch mehr an die Vernunft der Verantwortlichen appellieren, das öffentliche Bewusstsein für den Hümmerich weiter stärken und ab sofort den Weg durch die Instanzen gehen – mit allen gebotenen Mitteln!“

  • Sehr verehrter Herr Bürgermeister,
    Sehr verehrte Mitglieder des Verbandsgemeinderates Wissen,

    am 13. Juli steht Ihnen eine wichtige Sitzung bevor. Sie sollen über die Offenlegung des Teilflächennutzungsplans Windenergie für die VG abstimmen. Dieser Plan weist auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof eine Konzentrationsfläche für Windenergieanlagen aus. Wir von der BI Hümmerich kämpfen mit unseren Mitgliedern aus den Verbandsgemeinden Gebhardshain und Wissen gegen industrielle Windenergieanlagen an dieser Stelle und bitten Sie, Ihre Entscheidung gründlich zu überdenken.

    Dazu gibt es gute Gründe:

    • Die Regionale Raumordnungsplanung Mittelrhein-Westerwald hat das Gebiet mit Beschluss vom 16.06.2016 aufgrund seines hohen Konfliktpotenzials mit dem Vogelschutzgebiet "Westerwald" bereits als Vorrangfläche für die Windenergienutzung ausgeschlossen.
    • Der TFNP beruht auf Untersuchungen, die zum Teil Jahre zurückliegen.
    • Er berücksichtigt nicht aktuelle bundespolitische Vorgaben.
    • Er berücksichtigt nicht die neue politische Situation in Rheinland-Pfalz.
    • Er beachtet nicht in ausreichendem Maße die Einschränkungen der Lebensqualität.
    • Er stellt sich gegen eine ausdrücklich geschützte Landschaft.
    • Er bedroht die heimische Fauna.

    Darüber hinaus ist es unverständlich

    • neue Flächen auszuweisen, wenn schon jetzt Überkapazitäten an Windenergie existieren
    • industrielle Windanlagen in unseren landschaftlich besonders schützenswerten Mittelgebirgsregionen zu errichten, wo es doch anderenorts wesentlich bessere Voraussetzungen dafür gibt (Windhöffigkeit, Entfernung zu Siedlungen, Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft).

    Der Verbandsgemeinderat alleine hat das Recht, über den Flächennutzungsplan zu entscheiden. Ihnen als Ratsmitglied obliegt damit eine sehr hohe Verantwortung. Bitte wägen Sie ab, ob Sie den Menschen hier – ihren Wählern – lebenswerte Dörfer, erhaltenswerte Landschaften und freie Natur bewahren oder ob Sie sie schon bald mit rotierenden, jaulenden, blinkenden Monster größer als der Kölner Dom konfrontieren wollen.

    Windenergie ist ein Geschäft – aber oft gehen die Kommunen, die sie ermöglicht haben, leer aus. Den Nutzen haben vielmehr ein paar wenige, die mitunter undurchschaubare Firmengeflechte und Briefkastenfirmen auf den Cayman Islands betreiben, um ihre wahre Identität zu verbergen (siehe beiliegende Pressemitteilung der BI-Hümmerich vom 07.07.2016). Das bringt weder Arbeitsplätze noch Gewerbesteuer. Die Öffentlichkeit hätte sicherlich kein Verständnis dafür, wenn der Verbandsgemeinderat Wissen einen Teilflächennutzungsplan verabschiedet bzw. die Kreisverwaltung einen Bauantrag genehmigt, der die Errichtung von Windrädern auf dem Hümmerich zuließe, ohne genau zu wissen, wer tatsächlich dahinter steckt.

    Wie auch immer Sie entscheiden: Am Ende darf es keine Konzentrationsflächen mehr geben – weder auf dem Hümmerich noch anderswo in der VG Wissen. Entscheiden Sie mit dem Verbandsgemeinderat und sagen Sie klar und deutlich, dass Sie keine Windkraftanlagen in der Verbandsgemeinde dulden wollen, weil die Belange der Allgemeinheit, die Sie vertreten, gegenüber den berechtigten Interessen an Windenergie hier bei uns überwiegen. Erklären Sie die Verbandsgemeinde Wissen als Ausschlussgebiet für Windkraft!

    Vielen Dank

    Dieter Glöckner
    -BI Hümmerich-

  • Wer will verdienen? Wer muss bezahlen?

    „Spargel“ im Westerwald statt Kohle auf der Ingelheimer Aue

    Wissen/Gebhardshain. Die Menschen rund um den Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof werden ihr Leben lang Windräder größer als der Kölner Dom vor Augen haben, die Landschaft soll verschandelt, die Natur nachhaltig gestört werden – wenn der Teilflächennutzungsplan Windenergie in der Sitzung des Wissener VG-Rats am 13. Juli (17:00 Uhr im Kuppelsaal der Verbandsgemeindeverwaltung Wissen) beschlossen und den vorliegenden Bauanträgen zugestimmt wird. Wem nützt dieser „Wahnsinn“, wie ihn die BI Hümmerich nennt, wenn nicht den Menschen, die hier leben?

    Die Fakten sind bekannt: Die Absatzmöglichkeiten für Windenergie steigen nicht so stark wie ihre (subventionierten) Kapazitäten. Deshalb kürzt der Bund ab kommendem Jahr die Fördermittel. Und deshalb haben es alle, die noch an den Subventionen verdienen wollen, plötzlich ziemlich eilig: Hersteller, Planer, Betreiber und Finanzierer von Windkraftanlagen machen überall dort Druck auf Räte und Verwaltungen, wo sie sich rasche Baugenehmigungen erhoffen, um noch schnell in den Genuss der in diesem Jahr auslaufenden Fördermittel zu gelangen. „Denen geht es nicht um saubere Energie, nicht um Klimawandel und nicht um Naturschutz, sondern nur ums Geld“, ist Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich, überzeugt.

    Die Bauanträge für Windräder auf dem Hümmerich hat die Altus AG (altus, lat. = hoch) gestellt. Das Leistungsspektrum des Karlsruher Unternehmens umfasst rund um Windenergie, Solar, Biomasse, Solar- und Abfalltechnik nach eigenen Angaben „die gesamte Projektentwicklung von der Standortsuche bis zum Anlagenbetrieb. Sowohl in der Eigenentwicklung als auch als Dienstleister, vorwiegend für Kommunen bzw. kommunale Unternehmen“. Das Unternehmen weist seit Jahren Verlustvorträge in Millionenhöhen aus und ist wahrscheinlich dringend an jedem Neugeschäft interessiert. Doch braucht man sich um Altus keine Sorgen zu machen: Die AG befindet sich in Händen der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG, die zu gleichen Teilen den Stadtwerken der beiden Landeshauptstätte gehört.

    Kraftwerke Mainz-Wiesbaden? Ja, genau, das waren diejenigen, die auf der Ingelheimer Aue ein Kohlekraftwerk errichten wollten. Sie waren damit aber am Bürgerprotest gescheitert. Ende 2012 schufen die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden die Voraussetzungen für eine Mehrheitsbeteiligung an der Altus AG, die sie inzwischen zu 100 Prozent übernommen hat. „Statt mit Kohle auf der Ingelheimer Aue sollte künftig mit Windkraft-Spargel anderenorts der Energiebedarf der Wirtschaftsregion an Rhein und Main gestillt werden“, meint Dieter Glöckner. Die entsprechenden politischen Voraussetzungen für den Erfolg dieses Plans hat die Regierung in Mainz mit ihrer Doktrin geschaffen, dass 2 Prozent der Landesfläche für erneuerbare Energien zu nutzen seien.

    Derart „beflügelt“ realisierte und betreibt die Altus AG, die auch Firmen in Polen und Rumänien hat, bereits etliche Windparks. Dabei ist das Unternehmen selbst meist nur Auftragnehmer und schon gar nicht der Investor. Deshalb wird dann zum Beispiel eine GmbH & Co. KG gegründet, bei der die persönlich haftende Gesellschafterin, häufig die EMG EnergieManagement Verwaltungsgesellschaft mbH ist. Sie ist zuständig für Entwicklung, Realisierung und Betrieb von Windkraftanlagen und Energiehandel. Interessanterweise sind bzw. waren ihre Geschäftsführer oftmals identisch mit Vorstandsmitgliedern der Altus AG. Wer der oder die Kommanditisten sind, also diejenigen, die in den Windpark investieren, entscheidet sich von Fall zu Fall. Manchmal sind das lokale Investoren, wie zum Beispiel Privatpersonen, regionale Genossenschaften oder Stadtwerke – manchmal ist das aber auch die Breeze Two Energy GmbH & Co. KG, die zum Beispiel auch den Auftrag für den Windpark Gebhardshain gab.

    „Wesentliche rechtliche und wirtschaftliche Grundlage für die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es verpflichtet Netzbetreiber, Strom aus erneuerbaren Energien vorrangig in ihr Netz einzuspeisen und über einen Zeitraum von 20 Jahren zu einem festgelegten Preis zu vergüten“, heißt es in der Bilanz 2014 der Breeze Two Energy GmbH & Co. KG. Darin sind Verbindlichkeiten in Höhe von über 430 Millionen Euro und nicht durch Eigenkapital gedeckte Verluste der Kommanditistin in Höhe mehr als 276 Millionen Euro ausgewiesen. Allein für 2014 erwirtschaftet Breeze Two Energy fast 25 Millionen Euro Verluste. Und das Interessante: Einzige Kommanditistin ist die Appleby Trust (Cayman) Ltd., George Town/Grand Cayman (Commercial Register of the Cayman Islands, Reg. Nr. 143321) mit einer Mindesteinlage in Höhe von 500,00 € !

    Dieter Glöckner: „An dieser Stelle treibt es mir und den anderen Mitglieder der BI Hümmerich die Zornesröte ins Gesicht: Es kann doch nicht angehen, dass wir hier rund um unseren kleinen Hümmerich für den Erhalt unserer Natur und Landschaft kämpfen müssen, nur weil sich irgendwelche anonyme Investoren auf den Cayman Islands mit solchen Abschreibungsprojekten die Taschen voll machen wollen. Es muss nicht sein, dass dieses Konstrukt eintritt, aber ich hätte kein Verständnis dafür, wenn der Verbandsgemeinderat Wissen einen Teilflächennutzungsplan verabschiedet, die Kreisverwaltung einen Bauantrag genehmigt, der genau diese Bebauung des Hümmerichs mit Windrädern zuließe, ohne genau zu wissen, wer tatsächlich dahinter steckt.“

  • BI Mitglieder lassen Windradpläne für den Hümmerich rechtlich prüfen

    Die Menschen rund um den Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof stehen derzeit unter Strom: Am 13. Juli soll der Verbandsgemeinderat Wissen über den Teilflächennutzungsplan (TFNP) zur Windenergie entscheiden. Die BI Hümmerich stellt die Forderung, diesen Beschluss auszusetzen. Sie fürchtet, dass sonst Fakten geschaffen werden, die nur dem geplanten Bau der Windräder dienen. Deshalb setzt sie jetzt auch auf juristische Unterstützung im Kampf gegen die Windkraft-Pläne der VG.

    Die Mitglieder der BI Hümmerich sind der Meinung, die Bebauung des Hümmerich sei aus ökonomischer und ökologischer Sicht ein Minusgeschäft. „Windkraft ja, aber bitte nur da, wo sie Sinn macht!“, so Dieter Glöckner, Sprecher der BI. „Am Hümmerich werden sich diese industriellen Windkraftanlagen nicht rentieren, es ist einfach kein windreiches Gebiet. Außerdem geht es uns darum, unsere heimische Flora und Fauna zu schützen.“ Daher will die BI nichts dem Zufall überlassen: Ihre Mitglieder setzen auf juristischen Beistand, um die ihrer Meinung nach subventionsgetriebene Windkraftplanung zu stoppen.

    Die BI stützt sich auf verschiedene Argumente, nach denen die Nutzung von Windrädern an dieser Stelle aus verschiedenen Gründen unsinnig ist. So ist der Hümmerich beispielsweise ein Natura2000-Schutzgebiet. Außerdem belegt ein Umweltbericht, die so genannte FFH-Prüfung, eine niedrige Windhöffigkeit auf dem Hümmerich, die für einen rentablen Windradbetrieb nicht ausreicht. Die Landesvogelschutzwarte bestätigt, dass der Hümmerich zu den Top-Gebieten des geschützten Rotmilans zählt. Zu den Brutstätten ist ein Abstand von mindestens 1,5 km von Windkrafträdern einzuhalten. Hinzu kommt eine Geräuschemission von etwa 100dB, die auf die umliegenden Dörfer zukommen würde.

    Weiterhin bemängelt die BI, dass es langfristig keine Möglichkeiten geben wird, die erzeugte Energie zu speichern, und es auch an entsprechenden Stromtrassen zur Weiterleitung in die Produktionsstandorte fehlt. Demnach wären die Subventionen, die in den Bau von Windrädern gesteckt werden, an dieser Stelle eine große Fehlinvestition, auf der letztlich die VG sitzen bliebe, sollten die Investoren abspringen. Trotzdem wird dieses Projekt bei Mittelhof weitergetrieben, und das auch, obwohl die Bundesregierung aktuell bei der Windkraft massiv auf die Bremse tritt. Dieter Glöckner: „Alle diese Punkte geben reichlich Ansätze, das gesamte Verfahren und die Entscheidungsprozesse in Frage zu stellen, was deutlich aus Gesprächen mit den Anwälten hervorgegangen ist.“

    Die Entscheidung darüber, ob der TFNP verabschiedet wird, liegt nun beim Verbandsgemeinderat. Dazu Dieter Glöckner: „Wir hoffen, dass wir im Rahmen der Sitzung Gelegenheit haben werden, unsere Bedenken zu verdeutlichen, und den Rat dazu bewegen können, die Abstimmung über den TFNP auszusetzen.“ Es scheine, als werde den Ratsmitgliedern der Eindruck vermittelt, sie dürften nicht mit „Nein“ stimmen. „Den Ratsmitgliedern muss jedenfalls bewusst sein, welche Auswirkungen ihre Stimme haben kann und welche Verantwortung sie tragen: Sollte die Mehrheit den TFNP durchwinken, so stünde der Bau der Giganten fast unmittelbar bevor“, so Dieter Glöckner. Mit ihrer Stimme gegen den TFNP könnten die Ratsmitglieder hingegen das Verfahren offen halten, bis Klarheit zu den vielen ungeklärten Fragen besteht.

  • Teilplan „Windkraft“ aussetzen und Bauanträge für Windräder ablehnen

    Wissen. Bürger rund um den Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof machen mobil gegen Windkraftpläne, die das ländliche Kleinod bedrohen. Sie beziehen sich dabei unter anderem auf aktuelle Bauanträge und die jüngsten Beschlüsse zum Erneuerbaren Energie-Gesetz (EEG), mit denen die Bundesregierung bei der Windkraft derzeit auf die Bremse tritt.

    Lange Zeit war es ruhig um das Thema Windkraft in der Verbandsgemeinde Wissen, doch unter der Decke brodelt es seit Kurzem wieder. Ursprünglich hatte man die Vorarbeiten für einen Teilplan Windkraft zum Flächennutzungsplan gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Gebhardshain begonnen. Nachdem die Fusionspläne der beiden VGs nun begraben sind und Gebhardshain sich nach Betzdorf orientiert, wurde dort die Windkraftplanung bereits „auf Eis gelegt“. Anders in Wissen. Hier hat man den Teil, der das VG-Gebiet betrifft, aus den bisherigen Planungen herausgetrennt und dem Bauausschuss der VG in nichtöffentlicher Sitzung wieder vorgelegt. Somit bleibt das Verfahren in Gang. Wenn der Verbandsgemeinderat es nun will, könnte der Teilflächennutzungsplan beschlossen werden und möglicherweise schon bald mit dem Bau von Windkraftanlagen begonnen werden. Bauanträge für die „Fläche V“ auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof, wo laut bisheriger Planung Windräder mit einer Höhe von 225 Metern (Nabenhöhe 165 m, Rotordurchmesser 120 m) entstehen könnten, liegen bereits vor. Zum Vergleich: Der Kölner Dom ist 157 m hoch.

    Dagegen regt sich schon seit geraumer Zeit Widerstand, etwa durch die BI Hümmerich, aber zunehmend auch in der allgemeinen Bevölkerung, die nicht hinnehmen will, dass ein besonders schützenswertes und Heimat prägendes Stück Natur und Landschaft zerstört werden soll. Einer von ihnen ist der Mittelhofer Dr. Toni Leyendecker: „Solche industriellen Windkraftanlagen passen einfach nicht hierhin. Sie verursachen Lärm und stören heimische Vogel- und Wildarten. Für uns ist der Hümmerich Heimat, so wie er ist. Nachfolgende Generationen sollen das auch erleben können.“

    Auch Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich, hält nichts von den Plänen. Er fordert, dass der Teilplan Windkraft ausgesetzt und die vorliegenden Bauanträge abgelehnt werden: „Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Projekt, das aus so vielen Betrachtungswinkeln her unsinnig ist, hier vor Ort weitergetrieben wird, obwohl die Bundesregierung aktuell bei der Windkraft massiv auf die Bremse tritt und sich auch die neue Landesregierung diesem Trend wohl nicht widersetzen kann.“ Dazu führt Glöckner das Argument an, dass es über Jahre hinweg an Stromtrassen und Speichermöglichkeit fehlen wird, um den heute schon überschüssigen und mit massiven Subventionen gewonnen Windstrom zu transportieren. „Wenn dieser Strom künftig vorzugsweise vor den Küsten statt in unseren Mittelgebirgslandschaften produziert werden und die Zahl der Windanlagenbauten in Deutschland auf 100 pro Jahr beschränkt werden soll: Warum sollen dann bis zu 5 Prozent dieses Bedarfs allein auf dem kleinen Hümmerich errichtet werden?“, fragt Dieter Glöckner. „Nach den Vorgaben des Bundes ist jetzt die Landesregierung gefordert, ihre Vorgaben zu lockern. Statt pauschaler 2-Prozent-Flächenregelung braucht es fundierte Planungen dort, wo es wirklich Sinn macht, und statt der Vorgabe ‚Windkraft über Naturschutz‘ braucht es nun auch den Ausschluss von Flächen mit niedrigerem Konfliktpotenzial, zumal selbst der Gutachter für den Hümmerich ein hohes Konfliktpotenzial testiert und die Landesvogelschutzwarte im Telefonat bestätigt hat, dass die Landschaft um den Hümmerich ein TOP-Gebiet für den rotorschlaggefährdeten Rotmilan ist.“ Auch der BUND Kreisgruppe Altenkirchen hat sich jüngst in seiner Stellungnahme entsprechend positioniert. Sie sieht ebenfalls keinen Platz für weitere Windindustrieanlagen.

    Neben der bundespolitischen Entschleunigung beim Thema Windkraft führt die BI Hümmerich aber auch erhebliche Bedenken an der Gesetzmäßigkeit des bisher ausgearbeiteten Entwurfs ins Feld: „Es gibt jede Menge Fragezeichen, angefangen von der Windhöffigkeit, über die neuen Abstandsregelungen bis hin zur Bewertung der Populationen bedrohter Arten. All dies kann in Konsequenz nur bedeuten, dass der Verbandsgemeinderat den Teilplan Windkraft aussetzt und in seiner Ermangelung die gestellten Bauanträge ablehnt. Wir sollten erst mal in aller Ruhe abwarten und nicht Fakten schaffen, unter denen wir dann zu leiden haben.“

Über BI Hümmerich

Die BI Hümmerich kämpft seit Jahren dagegen, dass auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof Windenergieanlagen errichtet werden. Wir mobilisieren Bürger, um den Bau der Windräder in unserer Mittelgebirgsregion zu verhindern und die heimische Natur zu schützen.
In unseren Augen wären dies Wahrzeichen verfehlter Energiepolitik, die noch aus über 50 Kilometer Entfernung sichtbar sind und gerade die Gemeinden in direkter Umgebung massiv beeinträchtigen.

 

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