Mitteilungen


  • BI Hümmerich sucht Helfer

    Mit Rotmilan, Schwarzstorch und Haselhuhn Windrad-Häcksler bekämpfen

    Mittelhof / Gebhardshain. So allmählich nimmt die Natur Fahrt auf in Richtung Frühling. Diese Zeit liegt auch den Naturschützern der BI Hümmerich besonders am Herzen: Bald werden wieder Rotmilan und Schwarzstorch über den Wäldern und vor allem den Elbbach-Auen kreisen. Unsere Heimat bietet diesen und anderen bedrohten Arten eine vorzügliche Sommerresidenz – solange sie nicht von Windrädern bedroht werden. Die BI kämpft darum, die Bebauung des Hümmerichs mit gigantischen, über 230 Meter hohen Windrädern zu verhindern, um diesen Lebensraum zu bewahren – und ruft die Bevölkerung zur Unterstützung auf.

    „Es ist nicht zu verstehen“, klagt BI-Mitglied Uwe Weger, einer der eifrigen Beobachter der Vogelwelt rund um den Hümmerich: „Einerseits weiß man seit Jahren, dass die hiesige Vogelwelt besonders schützenswert ist, und hat die Gegend deshalb auch als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen, andererseits sollen hier Windräder entstehen können, die nachweislich die seltenen Vögel zerschreddern und ihre Zahl dezimieren.“

    So oft er kann, ist der passionierte Hobby-Ornithologe in den Frühjahrs- und Sommermonaten unterwegs, um die Bestände, das Verhalten, Flüge und Futtersuche von Rotmilan und Schwarzstorch zu beobachten und aufzuzeichnen. Diese Aufzeichnungen sind wichtig, denn obwohl die Anwesenheit der Vögel bekannt ist, geht es vor Gericht immer auch um den Nachweis, die tatsächliche Beobachtung. „Eigentlich muss der Bauherr nachweisen, dass durch die Windräder keine geschützte Art zu Schaden kommen kann, und daher selbst sogenannte ‚avifaunistische Gutachten‘ erstellen lassen. Aber wir machen lieber unsere eigene Beobachtungen, um auf der sicheren Seite zu sein.“

    Dazu hofft Uwe Weger auch auf Unterstützung aus der Bevölkerung: „Wir möchten alle Flugbewegungen von Rotmilan, Schwarzstorch und anderen seltenen Vogelarten zusammentragen und unsere Beobachtungen der Fachwelt zur Verfügung stellen. Je mehr, desto besser. Deshalb suchen wir auch dringend Helfer.“ Weger empfiehlt, ab März ganz konkret in den Morgen- und Abendstunden nach Flugbewegungen Ausschau zu halten. Das Gebiet reicht dabei von Dickendorf und Kausen bis weit den Elbergrund hinab. Was dabei zu tun und zu beachten ist, kann auf der Internetseite der BI Hümmerich nachgel esen werden: http://www.bi-hümmerich.de/unterstuetzung.html. Idealerweise wird die Flugroute in eine der Karten eingetragen, die man auf der Seite herunterladen kann. Versehen mit Datum, Uhrzeit sowie sonstigen wichtigen Beobachtungen schickt man sie dann einfach per E-Mail an die BI (bi-huemmerich@t-online.de). Fotos können auch nicht schaden.

    Uwe Weger: „Vorsicht ist jedoch geboten, wenn man ein Nest ausmacht. Dann muss unbedingt eine sofortige Meldung an die Untere Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen erfolgen und ein Fachmann hinzu gezogen werden. Und ganz wichtig: Keine Störungen beim Nestbau verursachen!“ Bei weiteren Horstfunden kann auch der ehrenamtlich agierende Beauftragte, Förster Joachim Kuchinke, eingeschaltet werden (Tel.: 02626/6277, Mobil: 0152/8851407, E-Mail: joachim.kuchinke@gmx.de).

    Neben Rotmilan und Schwarzstorch rückt auch immer mehr das Haselhuhn in den Fokus des Interesses. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 wird diese Art als stark gefährdet geführt. Das Gebiet um den Hümmerich ist unweit der Haselhuhn-Vorkommen am Steinerother Kopf und ist als Habitat für den scheuen und in unseren Breiten sehr seltenen Vogel hervorragend geeignet. So ist der Hümmerich an sich schon Lebensraum für die Haselhühner und zudem Teil eines Korridors zwischen weiteren Gebieten in der Leuscheid sowie an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen am Giebelwald, dem Höhwald/Windhahn, dem Hohenseelbachskopf/Mahlscheid und Stegskopf. Die Beobachtung ist schwierig, und Fachleute suchen zunächst nach Kotspuren und Federn, als Indizien für seine Anwesenheit, denn das Haselhuhn als fast Senkrechtstarter lässt beim Losfliegen schon mal etwas fallen. Uwe Weger rät: Fotos von der Stelle mit Vergleichsmöglichkeiten, z.B. eine Münze, machen und der BI zuschicken.

  • Windräder auf dem Hümmerich

    Gespräch mit Kreisverwaltung über weitere Vorgehensweise / Verzicht auf Windrad Nr. 2

    Altenkirchen/Gebhardshain/Mittelhof. Vor dem Verwaltungsgericht Koblenz hatte die Altus AG im vergangenen Oktober nicht überzeugen können, dass sie bei dem Bauantrag für die geplanten Windräder auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof alle notwendigen Gutachten beigebracht beziehungsweise in der geforderten Qualität geliefert hatte. Die Richter waren dennoch gnädig und gaben Altus die Chance, mit der Kreisverwaltung gemeinsam zu klären, welche Nachweise für die Umweltverträglichkeit noch fehlen.

    Das sollte bis Ende Januar geschehen, und wie die Kreisverwaltung auf Anfrage der BI Hümmerich bestätigte, hat dieses Klärungsgespräch inzwischen auch am 25. Januar stattgefunden. Zum Ergebnis teilte die Kreisverwaltung mit, dass Altus auf das zweite der drei beantragten Windräder wegen der Nähe zur Wohnbebauung Weisselstein verzichten wolle. Außerdem seien Vereinbarungen zur einer Aktualisierung des Antrages sowie zur Art und zu den Anforderungen an die ergänzenden Gutachten getroffen worden.

    Das aber reicht der Altus AG offenbar noch nicht. Sie habe weiterhin angekündigt, so die Kreisverwaltung, eine Verlängerung des Ruhens des Verfahrens bei Gericht zu beantragen. Eine Mitteilung des Gerichts dazu liege der Genehmigungsbehörde noch nicht vor.

    Insbesondere, dass nun eines der drei beantragten Windräder wegfallen soll, regte die BI zur Nachfrage an: Gemäß den Vorgaben des Z 163 g LEP IV müssen mindestens drei Anlagen im räumlichen Verbund planungsrechtlich möglich sein. Dies bedeutet zwar nicht, dass mindestens drei Anlagen beantragt werden müssen, aber wenn eine von drei beantragten Anlagen wegfällt, weil die rechtlichen Voraussetzungen dafür fehlen, stellen sich die Fragen: Anhand welcher Maßstäbe ist die Erfüllung des Ziels 163g LEP IV zu beurteilen? Und ist das Ziel im konkreten Fall erfüllt? Genau das werde derzeit von der Genehmigungsbehörde geprüft, teilte die Kreisverwaltung mit.

    Dieter Glöckner, Sprecher der BI Hümmerich: „Die rheinland-pfälzischen Regierungsparteien betonen immer wieder, dass sie die ‚Verspargelung‘ unserer Landschaft mit Windrädern verhindern wollen. Doch statt das im Landesentwicklungsplan eindeutig festzuschreiben, lassen sie genau dies zu.

    Wir würden uns wünschen, das Verwaltungsgericht setzt dem Trauerspiel um die geplanten Windräder auf dem Hümmerich nun ein Ende und lehnt eine weitere Fristverlängerung für Altus ab. Aber ob Fristverlängerung oder nicht: Kein von Altus beauftragter Gutachter wird vermutlich je zu dem Ergebnis kommen, der Hümmerich sei nicht für Windräder geeignet.“ Deshalb ruft die BI die Bevölkerung erneut auf, sich an deren Vogelbeobachtungen zu beteiligen. Was da zu tun ist, kann man unter https://www.bi-hümmerich.de/unterstuetzung.html nachlesen.

    Der Hümmerich müsse aus vielerlei Gründen frei bleiben von Windrädern, vor allem für die Menschen, die hier leben und für den Erhalt unserer schönen Landschaft mit ihrer besonderen Fauna und Flora, so die BI: „Vögel wie Rotmilan, Schwarzstorch und andere brauchen unseren Schutz, wir müssen die wenigen noch existierenden Exemplare davor bewahren, von Windrädern zerschreddert zu werden.“

Über BI Hümmerich

Die BI Hümmerich kämpft seit Jahren dagegen, dass auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof Windenergieanlagen errichtet werden. Wir mobilisieren Bürger, um den Bau der Windräder in unserer Mittelgebirgsregion zu verhindern und die heimische Natur zu schützen.
In unseren Augen wären dies Wahrzeichen verfehlter Energiepolitik, die noch aus über 50 Kilometer Entfernung sichtbar sind und gerade die Gemeinden in direkter Umgebung massiv beeinträchtigen.

 

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    BI Hümmerich
    c/o Dieter Glöckner
    Barbarastraße 14
    57580 Gebhardshain