Investoren


Bauanträge für Windräder auf dem Hümmerich hat die Altus AG (altus, lat. = hoch) gestellt. Das Leistungsspektrum des Karlsruher Unternehmens umfasst rund um Windenergie, Solar, Biomasse, Solar- und Abfalltechnik nach eigenen Angaben „die gesamte Projektentwicklung von der Standortsuche bis zum Anlagenbetrieb. Sowohl in der Eigenentwicklung als auch als Dienstleister, vorwiegend für Kommunen bzw. kommunale Unternehmen“.

Das Unternehmen weist seit Jahren Verlustvorträge in Millionenhöhen aus und ist wahrscheinlich dringend an jedem Neugeschäft interessiert. Doch braucht man sich um Altus keine Sorgen zu machen: Die AG befindet sich in Händen der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG, die zu gleichen Teilen den Stadtwerken der beiden Landeshauptstädte gehört.

Kraftwerke Mainz-Wiesbaden? Ja, genau, das waren diejenigen, die auf der Ingelheimer Aue ein Kohlekraftwerk errichten wollten. Sie waren damit aber am Bürgerprotest gescheitert. Ende 2012 schufen die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden die Voraussetzungen für eine Mehrheitsbeteiligung an der Altus AG, die sie inzwischen zu 100 Prozent übernommen hat. Statt mit Kohle auf der Ingelheimer Aue sollte künftig mit Windkraft-Spargel anderenorts der Energiebedarf der Wirtschaftsregion an Rhein und Main gestillt werden. Die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen für den Erfolg dieses Plans hat die Regierung in Mainz mit ihrer Doktrin geschaffen, dass 2 Prozent der Landesfläche für erneuerbare Energien zu nutzen sind.

Derart „beflügelt“ realisierte und betreibt die Altus AG, die auch Firmen in Polen, Griechenland und Rumänien hat, bereits etliche Windparks. Dabei ist das Unternehmen selbst meist nur Auftragnehmer und schon gar nicht der Investor. Deshalb wird dann zum Beispiel eine GmbH & Co. KG gegründet, bei der die persönlich haftende Gesellschafterin häufig die EMG EnergieManagement Verwaltungsgesellschaft mbH ist. Sie ist zuständig für Entwicklung, Realisierung und Betrieb von Windkraftanlagen und Energiehandel. Interessanterweise sind bzw. waren ihre Geschäftsführer oftmals identisch mit Vorstandsmitgliedern der Altus AG. Wer der oder die Kommanditisten sind, also diejenigen, die in den Windpark investieren, entscheidet sich von Fall zu Fall. Manchmal sind das lokale Investoren, wie zum Beispiel Privatpersonen, regionale Genossenschaften oder Stadtwerke – manchmal ist das aber auch die Breeze Two Energy GmbH & Co. KG, die zum Beispiel auch den Auftrag für den Windpark Gebhardshain gab.

Wesentliche rechtliche und wirtschaftliche Grundlage für die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es verpflichtet Netzbetreiber, „Strom aus erneuerbaren Energien vorrangig in ihr Netz einzuspeisen und über einen Zeitraum von 20 Jahren zu einem festgelegten Preis zu vergüten“, heißt es in der Bilanz 2018 der Breeze Two Energy GmbH & Co. KG.

Darin sind Verbindlichkeiten in Höhe von über 440 Millionen Euro und nicht durch Eigenkapital gedeckte Verluste der Kommanditistin in Höhe von mehr als 355 Millionen Euro ausgewiesen. Allein für 2018 erwirtschaftet Breeze Two Energy rund 15,7 Millionen Euro Verluste. Und das Interessante: Einzige Kommanditistin ist die ESTERA Trust (Cayman) Ltd., GeorgeTown/Grand Cayman (Commercial Register of the CaymanIslands, Reg. Nr. 143321) mit einer Mindesteinlage in Höhe von 500,00 Euro!

Breeze Two Energy GmbH & Co. KG finanziert sich über Bonds in drei Tranchen am Kapitalmarkt. Das eigene Liquiditätsrisiko bewertet sie im Jahresabschluss 2018 so:

„Die erwirtschafteten Erträge und somit auch vorhandene Liquidität der Vergangenheit waren nicht ausreichend, um die Verbindlichkeiten aus der bereitgestellten Finanzierung in vollem Umfang zu begleichen. Hinzu kommen derzeit noch nichtvollumfänglich absehbare, in künftigen Jahren erwartete Verpflichtungen aus dem Rückbau der Anlagen. Diese Situation wird sich voraussichtlich auch mittelfristig nur in geringem Maße ändern. Sollte sich die Liquiditätslage verschlechtern, kann hierdurch ein existenzielles Risiko entstehen. Eine Bestandsgefährdung entsteht insbesondere auch dann, wenn die Verpflichtungen aus der A-Tranche nicht mehr bedient werden kann oder die derzeit bestehende Stundung der sonstigen Verbindlichkeiten (B- und C-Tranche) entfällt.“

Berechtigte Frage: Wer baut dann die Anlagen in Gebhardshain zurück?

Über BI Hümmerich

Die BI Hümmerich tritt ein für den Erhalt der Natur und Landschaft rund um den Hümmerich zwischen Gebhardshain, Steineroth und Mittelhof. Deshalb kämpft sie seit Jahren dagegen, dass dort Windenergieanlagen errichtet werden. Wir mobilisieren Bürger, um den Bau der Windräder in unserer Mittelgebirgsregion zu verhindern und die heimische Natur zu schützen.
In unseren Augen wären dies Wahrzeichen verfehlter Energie- und Umweltpolitik, die noch aus über 50 Kilometer Entfernung sichtbar sind und gerade die Gemeinden in direkter Umgebung massiv beeinträchtigen.

 

Werden Sie aktiv!

Lassen Sie sich in den Verteiler für weitere Informationen aufnehmen: BI-Huemmerich@t-online.de!

Treten Sie der Bürgerinitiative Hümmerich bei!

Helfen Sie uns und machen Sie Ihre Verwandten, Bekannten und Nachbarn auf die BI Hümmerich und unsere Arbeit aufmerksam. Empfehlen Sie unseren Newsletter, so dass möglichst viele erreicht werden können!

Unsere Kontaktinfos

  • Telefon:
    02747-403
  • Email:
    BI-Huemmerich@t-online.de
  • Adresse:
    BI Hümmerich
    c/o Dieter Glöckner
    Barbarastraße 14
    57580 Gebhardshain